Wir verschenken "Luthereichen".

Erstellt am 27.10.2017

"Luthereichen" zu verschenken

Die größte der vier in NRW bekannten Luthereichen steht neben der Herforder St. Johanniskirche. Sie wurde dort zum 400. Reformations-jubiläum gepflanzt und ist zu einem stattlichen gesunden Baum herangewachsen. 
Von dieser Luthereiche haben Forstleute von Wald und Holz NRW  im vergangenen Herbst Eicheln gesammelt um daraus in der Warendorfer Forstbaumschule Uehre neue Luthereichen heranzuziehen. Diese Setzlinge verteilt Wald und Holz NRW zum 500. Reformationsjubiläum an drei Orten in NRW. In Herford, Halle/Westfalen (Kreis Gütersloh) und in Hövelhof (Kreis Paderborn) heißt es am Reformationstag jeweils: 500 Luthereichen zum 500. Reformationsjubiläum. 
Der Herforder Förster Herwart Siebert (64), der die Eicheln vergangenen Herbst gesammelt hat: " Es ist doch eine tolle Sache, dass die Menschen im Lutherjahr einen Teil des Reformationsgedankens mit nach Hause nehmen und ihre eigene kleine Luthereiche in den Garten pflanzen können."

Die Tradition der Luthereichen
Das Jahr 1517 gilt als Beginn der Reformation.  Martin Luther schlug am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Kirche in Wittenberg. Daher  feiern die protestantischen Christen dieses Jahr das  500.  Jubiläum der Reformation: Das Lutherjahr 2017. An vergangene Reformationsjubiläen oder an runden Geburtstagen Martin Luthers wurden bundesweit zahlreiche Luthereichen neben die Kirchen gepflanzt. So zum Beispiel vor hundert Jahren in Herford. Eine Tradition, die an die Bannbulle erinnert, mit der der Mönch Martin Luther wegen seiner öffentlich geäußerten reformatorischen Gedanken aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wurde. Luther verbrannte die päpstliche Bulle und Bücher seiner Widersacher öffentlich. Der Legende nach wurde die erste Luthereiche in die Asche der Feuerstelle in Wittenberg gepflanzt. 
Diese ursprüngliche Luthereiche in Wittenberg fiel 1813 während der Napoleonischen Kriege der Holznot zum Opfer. Der danach gepflanzte Ersatzbaum steht heute noch dort. Er ist aber, nachdem er angesägt wurde, ein sterbender Baum.

Die Herforder Luthereiche ist eine Roteiche 
Die meisten Luthereichen in Deutschland sind Stiel- oder Traubeneichen.  In Herford hat man sich vor 100 Jahren für eine Roteiche entschieden. Die aus Nordamerika stammende Eichenart zeichnet sich durch besonders farbenprächtiges Herbstlaub aus, welches in seiner Heimat zum typischen Indian Summer beiträgt. Vor 100 Jahren waren Roteichen eher eine dekorative Alternative für Parkanlagen und wurden dort häufig angepflanzt. Heute pflanzen wir Roteichen als Mischbaumart auch in unsere Wälder. Der Klimawandel setzt vielen heimischen Baumarten zu. Es ist ungewiss, ob sie auch in vielen Jahrzehnten noch mit dem dann veränderten Klima zurechtkommen. Forstleute suchen daher nach Alternativen, die unsere Wälder ergänzen und stabiler gegen Klimaveränderungen machen. Die Roteiche ist eine Baumart, die nach bisherigen Erkenntnissen besonders gut in unsere zukünftigen Wälder passt. 

Aktion in Herford: Am Reformationstag wird Förster Herwart Siebert vor der St. Johanniskirche 500 Setzlinge, Abkömmlinge der Herforder Luthereiche verteilen.

Aktion in Hövelhof: Auch im katholischen Paderborner Land werden bald Luthereichen wachsen. Die Kirchengemeinden werden ihren regionalen Reformationstagsgottesdienst in der Johanniskirchengemeinde Hövelhof feiern. Dort gibt es dann ab 18 Uhr 500 Luthereichensetzlinge.

Aktion in Halle Westfalen: Im Reformationsjahr wurde eine zentrale Straße im Ort in Martin Luther Straße umbenannt. In dieser Straße wird die Bürgermeisterin Anne-Elisabeth Rodenbrock-Wesselmann am Vormittag des Reformationstages einige der kleinen Luthereichen pflanzen. Am Nachmittag wird Wald und Holz NRW auf dem Haller Kirchplatz neben der St. Johanniskirche vor dem Kunstmuseum Halle 500 junge Luthereichen verschenken.